Samstag, 20. Juni 2015

Tag 7


Wenn die Langstrecke von Berlin nach Bern (1000 Kilometer in 40 Stunden) die Königsetappe war, dann war die heutige Berg- zugleich die Kaiseretappe: Quer durch die Alpen immer höher aufs Stilfser Joch (2757 Meter hoch) bei leichtem Schneefall und mit atemberaubendem Ausblick vom Gipfel.
Begonnen hat der Tag mit einer Kurzetappe nach St. Moritz – und einer letzten Bewertung an einer Schule. Dort haben sich alle e-Mobile aufgestellt, um gemeinsam die Bergtour in Angriff zu nehmen. Als wir an den Schülern vorbeigefahren sind, wären alle am liebsten noch einmal in den Bulli reingekrochen. Bei den Schweizer Jugendlichen ein Hit im Radio sehr beliebt, das Lied vom “Hippiebus”.
Akku aufladen in Prad (It)
Die folgende Tour über die Pässe, immer höher, mit vielen Kurven und Kehren, absolviert der eT2 ohne Murren. Aber die Fahrt ist sehr, sehr anstrengend. Wir wissen jetzt, woher das Wort “Kraftfahrer” kommt. Nicht alle konnten den Stilfser Joch Pass fahren, der Trabbi z.B. durfte mit seinem Wohnwagen nicht über den Pass, schade - eigentlich er hätte es bestimmt geschafft. Hundert Meter vor dem Joch sammelt sich das Teilnehmerfeld und fährt – wie bei der Tour de France - geschlossen im Korso auf den Gipfel, vorbei an Schaulustigen, die Teams angefeuert von Fans, die uns freudestrahlend zuwinken.
Der Ausblick von dort oben ist atemberaubend. Wort wörtlich auf 2757m ist die Luft dünn, unsere Wasserflaschen haben sich zusammengezogen und die Bremspumpe kämpft gegen die dünne Luft (wir im übrigen auch). Steile Berge, tiefe Täler, klare Seen, tolle Farben – der Blick in diese Heidi-Landschaft ist für uns ein sehr emotionaler Moment.
Bergauf haben wir viele Radfahrer überholt, die sich auf den Gipfel quälen. Bergab sind die Pedalritter aber schneller. Mit Tempo 30 bis 40 rollen wir vorsichtig dem Tagesziel entgegen, während die Speichenblitze an uns vorbeizischen. Was uns tröstet: Bergab laden wir unsere Akkus wieder auf. Den Strom für lau nehmen wir natürlich gerne mit.
Berg ab sah es so aus
Der Tag endet, wo er begonnen hat: In St. Moritz. Nach der Übernachtung dort geht’s am Samstag zum Finale in St. Gallen. Eine kurze Tagestour ohne weitere Prüfungen.
Vor der letzten Etappe hat unser eT2 nun – vorherige Testfahrten und Anreise zum Start mitgezählt – knapp 4000 Kilometer auf dem Tacho. Und wir spüren die Strapazen auch. Wir freuen uns auf den letzten Tag der Wave Trophy 2015. Wir freuen uns aber auch auf die Heimreise am Sonntag und darauf, endlich wieder im eigenen Bett zu schlafen.
Und wir freuen uns darauf, unsere vielen begeisterten Helfer bei der Dorstener Arbeit wiederzusehen.

Denn ohne den Enthusiasmus dieser jungen Leute wäre unser Abenteuer gar nicht möglich gewesen. Danke dafür. Und wir sind sicher: Das Ergebnis Eurer Arbeit hat auf unserem Weg Eindruck gemacht und Spuren hinterlassen.



1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo,

ein schöner Bericht, mit tollen Bildern.
Das der Bulli über eine Technik verfügt, die ihn im Schubbetrieb
Akkus laden lässt, find ich genial.

Daumen drück für den Rest der Wave.

Heinz, der das alles mit Spannung verfolgt