Freitag, 19. Juni 2015

Tag 6


Das war eine angenehme Nacht auf Donnerstag in Bülach. Jeder Wave-Pilot bezog Quartier bei einem Einwohner. Michael Prinz hat in einem privaten Fremdenzimmer übernachtet und ich war Gast in einer Studentenwohnung, dort wurde das Schlafzimmer für mich geräumt.  Am Abend gab’s dort noch was zu essen, spannende (aber wegen Müdigkeit leider nur kurze) Gespräche und Michael und auch ich sind früh ins Bett. 
Meine Aufgabe dort am Morgen, ich sollte mich ins Gästebuch auf der Toilette eintragen.
Der Rallye-Tag setzte die  Schul-Tour fort. Die Begegnungen mit den Kindern und Jugendlichen sind auch unter den strengen Regeln einfach prima. Wir haben es an allen Standorten auf die Minute pünktlich geschafft, vor Ort zu sein.
Die Resonanz unserer Gastgeber war auf allen Pausenhöfen gleich: Der Bulli begeistert mindestens so wie die Geschichte dahinter. Und bei den Wertungskriterien konnten wir heute wohl richtig punkten. 
Beurteilen sollten die Schüler zum Beispiel den “Coolness-Faktor” unseres eT2. Und an einer Schule ging es darum, wie viele Fahrgäste wir mitnehmen können (vier). Da ist ein Kleinbus klar im Vorteil gegenüber einem Pkw. Unsere Fahrgäste jedenfalls fanden den Bulli total "geil" und "bequem". Die wollten gar nicht mehr aussteigen.
Mittagspause in Sennwald bei der Firma Brusa-Elektronik. Dort gab’s doppelte Ladung: Strom fürs Auto, Spätzle mit Käse und Zwiebeln, Kaffee und Kuchen für die Fahrer. Ein guter (!) Kaffee ist auf der Wave Trophy 2015 mindestens so wichtig wie genug Saft in den Batterien.
Am Nachmittag sind wir Gäste der Domat-Ems-Schule. Die Lehrer und die Jugendlichen sollen dort unser Design bewerten - und sind sichtbar begeistert. Der VW T2 ist eben ein Klassiker. Hier können wir anscheinend ‘ne Menge Punkte für die Gesamtwertung mitnehmen.

Dort konnten ein paar Schüler mit uns einige Runden drehen, noch interessanter fanden die Lehrer aber unseren Motor, wir mussten sie fast wieder aus dem Motorraum herausziehen.
Was alle immer wieder beeindruckt: Dass unser Bulli schon 1979 von VW und Siemens als Elektro-Fahrzeug konzipiert wurde. Das wirkt auf viele so, als hätten Archäologen in einer ägyptischen Pyramide ein 4000 Jahre altes Fahrrad entdeckt.
Die Berge in der Schweiz sind für alle Elektro-Fahrzeuge natürlich ein echter Härtetest. Am späten Nachmittag klettern wir von Domat-Ems (530 Meter) nach Savognin (1300 Meter). Da geht’s manchmal echt steil den Berg hoch. Aber unser eT2 kraxelt die Steigungen erstaunlich gut. Und das Bauchgefühl (unser “Popo-Meter”) sagt, auch mit dem Verbrauch liegen wir gut im Rennen.

Übrigens: Natürlich ist die Wave Trophy 2015 ein Wettbewerb und natürlich wollen alle gerne gewinnen. Aber Vorrang hat immer der Zusammenhalt unter den e-Auto-Enthusiasten. Wir unterhalten uns prima mit den anderen und wir halten zusammen. Heute hatte einer eine Reifenpanne. Aber keiner hatte einen Wagenheber dabei – um Gewicht zu sparen. Jetzt sind alle unterwegs und versuchen, für den havarierten Kameraden einen Wagenheber aufzutreiben.

Da wird die Wave zur Welle des Zusammenhalts.



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