Dienstag, 16. Juni 2015

Tag 3

Heute starteten wir auf die „Königsetappe“, die eigentliche Herausforderung für Elektro-Mobile. Wir fahren in der „langsamen“ Gruppe und haben knapp 40 Stunden Zeit für tausend Kilometer entlang der deutschen Westgrenze bis in die Schweiz. Diese Etappe verzeiht keine Pannen. Darum: Wer grad die Hände frei hat, darf uns gerne die Daumen drücken auf dem Weg und für dieses Stück der Wave Trophy 2015.
„Kreuzberger Nächte sind lang“ – das war ein Klamauk-Gassenhauer in den 1980ern, als unser eT2 (Baujahr 1979) noch ganz jung war. Magdeburger Nächte sind kurz und wir fühlen uns darum heute nicht so ganz jung. Nach den Lademalessen und dem verstopften Berlin waren wir am Sonntag erst nachts um elf am Ziel. Haben in einer Jugendherberge übernachtet mit Nachbarn, die nachts um halb drei duschen. Und heute morgen durften wir schon um 5.56 Uhr mit der Tram (Oberleitung! Auch mit Strom!) von unserem Quartier zur Otto-von-Guericke-Uni Magdeburg tuckern. Dort hat sich unser Bulli über Nacht die Akkus, naja, nicht ganz vollgesogen. Aber es reicht.
Morgens um sieben ist die Welt angeblich noch in Ordnung (sagt ein bekannter Romantitel). Und darum sind wir um sieben losgefahren. Wernigerode war das erste Ziel und die erste Ladestation auf unserer Strecke. Drei Stunden Zeit, die Stadt anzuschauen. Und hier blieb auch wieder Zeit, die Teams vorzustellen.
Weiter ging’s nach Eschwege über den Harz. Schöne Straßen unterwegs mit „leichten“ Steigungen (bis zehn Prozent!). Mit Tempo 50 bis 60 sind wir ganz entspannt auf die Kuppen gekraxelt. Unser Bulli hätte auch etwas flotter gekonnt – aber das wäre auf Kosten der Reichweite gegangen. Und da sind wir ja inzwischen verwöhnt, nachdem wir gestern mit nur einer Stromfüllung 340 Kilometer geschafft haben. Außerdem: Was wir bergauf mehr verbrauchen, haben wir bergab locker wieder eingespart. Zum Glück mussten wir nicht über den Brocken (1141,2 Meter hoch). Am Ziel gab’s köstliche Schmandteilchen mit Zimt und Rosinen.
Eine Eschweger Spezialität, versichert der Bäcker.
Lecker. Allein dafür hat sich der Stopp gelohnt.
Am Nachmittag nehmen wir die letzten hundert Kilometer nach Bad Salzschlirf in Angriff. Wir liegen gut in der Zeit. Wir hören schon auf dem Weg die warmen Betten rufen, die heute in einem Hotel stehen. Ohne laut wasserrauschenlassende Mitbewohner. Endlich mal ausspannen. Denn das können wir nach drei Tagen schon sagen: So eine Rallye ist ultrastressig. Ein Abenteuer eben. Weil wir – jetzt wieder – gut in der Zeit liegen und weil unser eT2 einen tollen Job macht. Ein paar Ausfälle gab’s schon. Bei uns war bis jetzt nicht ein Schräubchen kaputt. Toi toi toi! Und bitte dreimal auf Blech klopfen, dass es so bleibt.
Der Ladepunkt in Bad Salzschlirf mitten im Kurpark
Schlafmangel plagt übrigens nicht nur uns, sondern viele im Teilnehmerfeld und bei den Organisatoren. Und da entwickelt unser Bulli ganz neue Qualitäten: Der bequeme Laderaum hat Fahrgästen vom Orga-Team schon als mobiles Büro gedient und entwickelt sich gerade auch zum beliebten Schlafwagen. Heute haben wir einen Tourhelfer chauffiert, der die letzte Nacht komplett durchgemacht und sich nun bei uns im Heck ein Schlummerstündchen genehmigt. Es sei ihm von Herzen gegönnt. Denn die Wave Trophy 2015 ist super organisiert. Liebe Helfer, Ihr macht das großartig.


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