Sonntag, 14. Juni 2015

Tag 1

Plauen wird auch die “Stadt der Spitze” genannt. Nein, keins der 90 Elektrofahrzeuge ist mit Häkelgirlande gestartet. Aber Spitze war der Start der Wave Trophy 2015 am Samstagmorgen dennoch. Es gab Musik, viele hundert Schaulustige begutachteten die 90 Teams in der wunderschönen historischen Altstadt. Am Start wurde jedes der Autos kurz angehalten und vorgestellt.
Die erste Strecke führte uns über die 66 Kilometer lange “Brückentour” (mit vielen teils historischen Brücken) nach Zwickau. Die alte Autostadt war ein toller Zwischenstopp. Wir waren zu Gast bei einem großen Trabi-Treffen. Katzenleiser Elektro-Antrieb trifft knatternde Zweitakter mit Stinkwolke hinterm Auspuff. Dass der Trabi längst auch ein Oldtimer ist, wird einem erst bewusst, wenn man so viele auf einem Haufen sieht.
Radio Zwickau hat bei diesem Zwischenstopp alle Wave-Teilnehmer in kurzen Interviews vorgestellt. Wir hatten eine Minute, um etwas über unser Auto zu erzählen und über das Projekt, das dahinter steht. Dass nämlich junge Leute ohne Job daran mitgearbeitet haben, unseren eT2 straßen- und rallyetauglich aufzumöbeln.
Nach einer Ladepause ging’s weiter zum Sachsenring. Auf dieser traditionsreichen Rennstrecke mussten alle e-Fahrzeuge auf Tempo fahren. Geschwindigkeit: Darum geht’s bei der Wave ja sonst nicht. Tempo 130, die amtliche Höchstgeschwindigkeit, hat unser treuer Bulli hier aber locker ausgereizt.
Der Tempo-Test ist nur eine von vielen Übungen und eins von vielen Kriterien, die am Ende in die Bewertung einfließen. Bedruckung oder Größe des Kofferraums sind andere Maßstäbe, für die es Punkte gibt. Am Ende des ersten Tages wissen wir aber noch nicht, wie wir im Ranking stehen.
Von Zwickau ging es weiter über Chemnitz nach Leipzig, unserer ersten Abendstation auf der Tour. Der eT2 kommt ans Ladekabel und wir fallen nach dem Abendessen todmüde ins Bett (das ist für uns auch so eine Art Ladestation).

Wir müssen auch noch vom Wetter erzählen. Tagsüber hatten wir etwas Regen und ein paar kräftige Böen. Das war alles noch OK. Unser Bulli ist ja wetterfest.
Aber in Leipzig brach ein Inferno über uns los. Ein Wolkenbruch mit Sturm tobte über der Stadt. Schade, dass man die Blitze nicht nutzen kann, die Akkus aufzuladen. Ich darf gar nicht darüber nachdenken, wie viel Energie da aus den Wolken kracht und verpufft.
Übrigens: Wir wollen nicht angeben. Aber unser eT2 genießt unter den vielen Serienfahrzeugen schon sehr viel Aufmerksamkeit. Der Bulli kommt überall gut an. Dass er 1979 schon ein Elektro-Auto war, können viele gar nicht glauben. Und schon gar nicht, dass er heute als modernes E-Fahrzeug unterwegs ist.
Und auch wenn die Rallye ein Wettbewert ist: Die Wave-Piloten sind super. Wir haben schon viele lange Gespräche geführt.Tag eins der Wave Trophy 2015 fühlt sich gut an. 

Wir freuen uns auf die nächste Etappe.


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