Donnerstag, 16. April 2015

Wir sind fast startbereit

Guten Tag, mein Name ist Stephan Thiemann und ich bin sowas wie der Ziehvater dieser rollenden Kuriosität in Schalker Farben. Unsere gemeinsame Heimat Dorsten ist nämlich gar nicht so weit weg von der Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Aber ich bin gar nicht so wichtig. Der Star in diesem Blog ist unser eT2. Und den möchte ich Euch zuerst vorstellen.
Der Oldie war schon vor 36 Jahren ein Versuchsfahrzeug und ist nun wieder ein Experiment und die Wave 2015 ist die erste große, gemeinsame Herausforderung für uns beide.

1979 haben VW und Siemens an diesem Bulli ausprobiert, ob das klappt: Mit Strom fahren. Die Techniker haben 900 Kilo Batterien in die Karosserie gepackt. Damit schaffte der eT2 mit seinem 32 kW-Motor immerhin Tempo 75 in der Spitze. Bis ich diesen Wagen kennen gelernt habe, wusste ich gar nicht, dass sich so früh schon Leute Gedanken gemacht haben über sauberes Autofahren.
Von diesem Elektro-Bulli wurde eine kleine Testserie gebaut. Die meisten Exemplare sind auf Nimmerwiedersehen futsch. Dieser hat überlebt. Wie, das wissen wir nur lückenhaft. Zunächst ist VW damit selbst herumgefahren. 1981 wurde der Bulli erstmals für den Straßenverkehr zugelassen. Damals für die “Bücherstube” in Berlin. Den Laden gibt’s noch. Die Betreiber waren damals wohl sowas wie Testfahrer. Danach war der eET2 auf Wasserkraftunternehmen zugelassen und wurde 2004 stillgelegt. Und wir haben ihn 2014 im Internet gefunden und in Erfurt gekauft. Wie er dahin gekommen ist und wo er in den zehn Jahren dazwischen gesteckt hat – keine Ahnung.

Jedenfalls stand er dann bei uns, bei der Dorstener Arbeit. Wir arbeiten in vielen Projekten mit jungen Leuten, die keinen Job haben. Eins dieser Projekte: Wir möbeln Oldtimer auf. Damit haben wir schon vielen zu richtiger Arbeit verholfen. Aber davon erzähl’ ich später mehr. Also. Der eT2 stand bei uns. Ein Bulli, 900 Kilo Batterien an Bord, Leergewicht 2,2 Tonnen (das ist sonst das zulässige Gesamtgewicht für diese Baureihe), keine Kupplung, es gab nur den zweiten Gang.
Und jetzt, nach ein paar Monaten, ist er fast fertig. Mit einem 44-kW-Motor, 500 Kilo Batterien, vier Gängen und einer Reichweite von 300 Kilometern. Wir warten gerade auf die Neuzulassung für die Straße. Der eT2 ist jetzt wieder ein Einzelstück. Wie wir im Ruhrgebiet sagen: Der issen echter Typ. Ein Mordskerl auf vier Rädern. Und richtig unter Strom. Wir freuen uns auf die Wave 2015.


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